QOODA gewinnt den Münchener Businessplan Wettbewerb 2026

Die prämierten Geschäftsmodelle haben das Potenzial, die europäische Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken und etablierten Industrien innovative Lösungen zu bieten.

QOODA aus München gewinnt den Münchener Businessplan Wettbewerb 2026 von BayStartUP. Das DeepTech-Startup entwickelt quantenbasierte Technologien für eine präzise Navigation ohne Satellitensignal. Linq Photonics belegt den zweiten Platz, micro factory 3DSolutions erreicht Platz drei. Mit 382 teilnehmenden Teams verzeichnet der Wettbewerb die erfolgreichste Saison seiner 30-jährigen Geschichte. BayStartUP und die LfA Förderbank Bayern zeichneten die drei Sieger gestern Abend in München aus.

Das sind die Sieger-Startups

Navigation ohne GPS, photonische Steuerungssysteme für Quantencomputer und automatisierter 3D-Druck für medizinische Anwendungen: Die Sieger des Münchener Businessplan Wettbewerbs 2026 zeigen, welches wirtschaftliche Potenzial in technologischer Spitzenforschung aus Bayern steckt.

BayStartUP zeichnete die drei Gewinner gemeinsam mit der LfA Förderbank Bayern am 29. Juli 2026 in München aus:

Platz 1: QOODA

Das DeepTech-Startup entwickelt quantenbasierte Technologien für eine präzise Navigation ohne Satellitensignal. Dafür wertet das Team mithilfe von Quantensensoren und KI kleinste Unterschiede im Erdmagnetfeld aus.

Platz 2: Linq Photonics

Den zweiten Platz belegt Linq Photonics mit photonischen Steuerungssystemen für skalierbare Quantencomputer.

Platz 3: micro factory 3DSolutions 

Auf Platz drei folgt micro factory 3DSolutions, die den harzbasierten 3D-Druck für medizinische Anwendungen vollständig automatisiert.

Die drei Startups adressieren zentrale Herausforderungen in den Bereichen sicherheitskritische Navigation, Quanteninformatik und medizinische Produktion.

Drei DeepTech-Startups mit Lösungen für Europas Zukunft

Beim Münchener Businessplan Wettbewerb müssen Gründerteams zeigen, dass aus einer technologisch überzeugenden Lösung auch ein wirtschaftlich tragfähiges Unternehmen entstehen kann.

Die Jury beurteilt dafür unter anderem den konkreten Kundennutzen, das Marktpotenzial, die Wettbewerbsposition, die Umsetzungsstrategie, den Kapitalbedarf und die Finanzplanung. Die drei Siegerteams überzeugten mit technologisch anspruchsvollen Lösungen, klar definierten Anwendungsmöglichkeiten und belastbaren Geschäftsmodellen.

Die drei Siegerteams überzeugten mit technologisch anspruchsvollen Lösungen, klar definierten Anwendungsmöglichkeiten und belastbaren Geschäftsmodellen.

Barbara Dombay, Geschäftsführerin von BayStartUP, sagt:

„Der Münchener Businessplan Wettbewerb bringt Gründerteams an einen entscheidenden Punkt: Sie müssen zeigen, dass aus einer technologisch überzeugenden Lösung ein tragfähiges Unternehmen entstehen kann. Zugleich gewinnen die Nominierten Sichtbarkeit bei Investoren. Fundiertes Feedback und der Zugang zu relevanten Kontakten sind starke Argumente für eine Teilnahme.“

Platz 1: QOODA ermöglicht Navigation ohne Satellitensignal

QOODA aus München entwickelt quantenbasierte Technologien für Navigation und Positionierung. Die Lösung funktioniert unabhängig von globalen Satellitennavigationssystemen wie GPS.

Das ist besonders in Situationen relevant, in denen Satellitensignale gestört, manipuliert, blockiert oder nicht verfügbar sind. Grundlage der Technologie ist die hochauflösende Kartierung von Abweichungen im Magnetfeld der Erde. Diese sogenannten magnetischen Feldanomalien lassen sich wie ein natürlicher Fingerabdruck eines Ortes nutzen.

QOODA kombiniert Quantensensorik mit weiteren Sensordaten und einer KI-gestützten Auswertung. Die dabei entstehenden Magnetfeldkarten dienen als alternative Referenz für eine präzise Lokalisierung.

Anwendungsmöglichkeiten sieht das Unternehmen unter anderem in der Luftfahrt, der Robotik, bei autonomen Systemen und in weiteren sicherheitskritischen Bereichen.

Dr. Björn Pötter, Geschäftsführer von QOODA, sagt:

„Mit unserer quantensensorbasierten Technologie gestalten wir GPS-freie Navigation neu. Der Businessplan Wettbewerb bietet uns die passende Plattform, um Technologie und Marktpotenzial sichtbar zu machen. Das fundierte Feedback und der Austausch mit Branchenexperten unterstützen uns dabei, Wachstum strukturiert vorzubereiten und strategische Partnerschaften gezielt auszubauen.“

Warum ist Navigation ohne GPS wichtig?

Satellitengestützte Navigationssysteme sind für zahlreiche wirtschaftliche und sicherheitskritische Anwendungen unverzichtbar. Gleichzeitig können ihre Signale gezielt gestört oder manipuliert werden.

Alternative Navigationsverfahren können deshalb die Widerstandsfähigkeit von Flugzeugen, autonomen Systemen, Robotern und kritischen Infrastrukturen erhöhen.

QOODAs Ansatz nutzt die Eigenschaften des Erdmagnetfelds und verbindet sie mit moderner Quantensensorik und künstlicher Intelligenz. Dadurch soll eine präzise Positionierung auch dort möglich werden, wo keine verlässlichen Satellitensignale zur Verfügung stehen.

Platz 2: Linq Photonics macht Quantencomputer skalierbarer

Linq Photonics entwickelt kompakte photonische Steuerungssysteme für Quantencomputer.
Bisher benötigen viele Quantencomputersysteme große und aufwendig ausgerichtete optische Komponenten. Diese beanspruchen viel Platz und lassen sich nur schwer erweitern.

Linq Photonics ersetzt die bisher verwendeten Bauteile durch kleine photonische Chips, die Licht innerhalb des Systems gezielt leiten und steuern.

Dadurch kann der Platzbedarf der optischen Steuerung nach Angaben des Teams um bis zu 90 Prozent sinken. Gleichzeitig lassen sich mehr Recheneinheiten eines Quantencomputers, sogenannte Qubits, parallel kontrollieren.

Die Technologie adressiert damit eine zentrale Herausforderung der Quanteninformatik: Quantencomputer müssen kompakter, stabiler und skalierbarer werden, bevor sie in größerem Umfang industriell eingesetzt werden können.

Jade Robinson, Mitgründerin von Linq Photonics, sagt:

„Auf unserem Weg von einer universitären DeepTech-Ausgründung hin zu einem kommerziellen Hardwareunternehmen ist es entscheidend, unsere Strategie kontinuierlich zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Der Münchener Businessplan Wettbewerb hat uns wertvolles Feedback von erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern, Investoren und Branchenfachleuten gegeben. Gleichzeitig konnten wir unsere Verbindungen zum Ökosystem des Munich Quantum Valley und zu den Investoren stärken, die die DeepTech-Zukunft Europas mitgestalten. Diese Erkenntnisse sind für uns besonders wertvoll, da wir uns auf unsere bevorstehende Finanzierungsrunde vorbereiten.“

Das Team um die in München lebende Gründerin arbeitet derzeit im Rahmen des EXIST-Forschungstransfers an der Universität Heidelberg an der Vorbereitung der Unternehmensgründung.

Platz 3: micro factory automatisiert medizinischen 3D-Druck

micro factory 3DSolutions aus München automatisiert den gesamten harzbasierten 3D-Druckprozess für medizinische Anwendungen.

Die Systeme des Startups übernehmen den Druck, die Reinigung, das vollständige Aushärten und die Ausgabe der fertigen Bauteile.
Bislang sind bei der Verarbeitung von flüssigem Kunststoffharz häufig mehrere manuelle Arbeitsschritte notwendig. micro factory verbindet diese Schritte in einem durchgängigen automatisierten System.

Dadurch sollen medizinische Einrichtungen ihre Produkte reproduzierbarer, sicherer, besser dokumentiert und skalierbar herstellen können. Zu den möglichen Kunden zählen Dentallabore, Zahnarztpraxen und weitere medizinische Einrichtungen.

Die Automatisierung reduziert den manuellen Aufwand und schützt Anwender vor dem direkten Kontakt mit noch nicht ausgehärteten Materialien. Gleichzeitig erleichtert sie die Standardisierung medizinischer Fertigungsprozesse.

Rekordjahr mit 382 Gründerteams

Noch nie haben so viele Teams am Münchener Businessplan Wettbewerb teilgenommen wie 2026. Insgesamt beteiligten sich 382 Gründerteams.

Damit war die Saison 2025/2026 die erfolgreichste in der 30-jährigen Geschichte des Wettbewerbs. Die hohe Beteiligung zeigt, wie viele Gründerteams an technologie- und wissensbasierten Geschäftsmodellen arbeiten. Gleichzeitig macht sie deutlich, wie groß der Bedarf an fundiertem Feedback, Finanzierungskompetenz und Zugang zu erfahrenen Marktpartnern ist.

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt sieht in den ausgezeichneten Teams ein Beispiel für die Stärke des bayerischen Gründungsstandorts:

„Ob Navigation ohne Satellitensignal, photonische Chips für skalierbare Quantencomputer oder vollautomatisierter 3D-Druck für die Medizin: Aus klugen Ideen werden konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit und im besten Fall die Weltmarktführer von morgen.“

Acht Startups standen im Finale

Neben den drei Siegerteams waren fünf weitere Startups für das Finale des Münchener Businessplan Wettbewerbs 2026 nominiert.

zu den Nominierten
 

Feedback, Sichtbarkeit und Zugang zu Investoren

Der Münchener Businessplan Wettbewerb ist mehr als ein Preis für die besten Businesspläne.

Max Ahmedschin, Projektleiter: 

„Für Gründerteams bietet er die Möglichkeit, zentrale Annahmen ihres Geschäftsmodells kritisch zu überprüfen. Sie setzen sich damit auseinander, ob ihr Produkt ein relevantes Kundenproblem löst, ob der adressierte Markt ausreichend groß ist und wie sich erste Kunden gewinnen lassen.“

Gleichzeitig prüfen sie, welche Ressourcen für den Markteintritt erforderlich sind, wie hoch ihr Finanzierungsbedarf ist und welche Risiken vor einer Skalierung gelöst werden müssen.

Das Feedback erfahrener Markt- und Finanzierungsexperten hilft den Teams, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und ihre nächsten Schritte fundiert vorzubereiten.

Eine Finalteilnahme erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Investoren, Unternehmen und potenziellen Kooperationspartnern.

Oliver Menner, Generalbevollmächtigter bei der LfA Förderbank Bayern, betont die Bedeutung geeigneter Finanzierungsangebote für technologieorientierte Gründungen:

„Als LfA ist uns sehr daran gelegen, für ein Umfeld zu sorgen, in dem Unternehmergeist, Hightech und Innovationen nicht an der Finanzierung scheitern.“

Die LfA unterstützt Gründerinnen und Gründer unter anderem mit Förderkrediten, Risikoübernahmen und Venture Capital über ihre Tochter Bayern Kapital.

Gut zu wissen: Die nächste Wettbewerbssaison startet im Herbst. Gründerteams und Startups können sich bereits jetzt registrieren.

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