06.07.2018

Finale im Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2018

BayStartUP prämiert die Top-Startups des Jahres - 20 Jahre Businessplan Wettbewerb Nordbayern


Sieger im Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2018

BayStartUP feiert 20 Jahre Businessplan Wettbewerb Nordbayern. Auf der Jubiläumsgala gestern Abend in Nürnberg prämierten wir die besten nordbayerischen Startups des Jahres 2018. Der Businessplan Wettbewerb Nordbayern hatte in dieser Saison insgesamt 118 Einreichungen von Startups. In drei aufeinander folgenden Phasen wurden 18 Top-Teams prämiert und Preisgelder von insgesamt mehr als 36.000 Euro vergeben. Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Sieger in der finalen Phase 3 waren das Realisierungspotential ihrer Ideen sowie die Planung von Kapitalbedarf und Umsätzen in den Businessplänen.

Die Gewinner im Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2018 sind:

Platz 1: scoutbee aus Würzburg (10.000 Euro)

Viele Unternehmen haben einen großen Teil ihrer Lieferketten heutzutage bereits digitalisiert. Eine große Herausforderung für Einkäufer und Supply Chain Manager von Hersteller-Unternehmen ist dabei, die global aufgestellten Zulieferer wirklich im Blick zu haben. Deren erste Evaluation durch die Einkaufsabteilungen kann nämlich meist nur oberflächlich stattfinden – weil Informationen online nur unzusammenhängend oder Websites der Lieferanten in fremder Sprache sind. Das ist für die immer komplexeren Produkte und kürzeren Produktlebenszyklen auf Herstellerseite aber ungenügend.

scoutbee löst das Problem über eine cloud-basierte B2B-Lieferanten-Einkäufer-Plattform. Sie unterstützt B2B-Experten beim Prozess von der Identifizierung potentieller Lieferanten weltweit, bis hin zur Abgabe der Angebote. Einkäufer profitieren dabei vor allem von der herausragenden Datenbasis von scoutbee mit mehreren Milliarden Kunden und Lieferantenbeziehungen. Die von scoutbee entwickelte Software macht Lieferströme transparent: Lieferanten von Bosch, Tesla, Siemens oder Wal-Mart können so schnell analysiert und so die Top-OEM Lieferanten weltweit entdeckt werden. Aus diesen Daten kreiert scoutbee ein umfangreiches Lieferantenprofil für die Einkäufer.  

Platz 2: Jetstream aus Regensburg (7.500 Euro)

Täglich entstehen in Unternehmen enorme Mengen an Daten - aus Dokumenten, der Produktion, Kommunikation, Social Media und vielen anderen Quellen. Deren Verwaltung ist aufwendig und kostspielig. Denn die Daten liegen häufig in einer Form vor, auf die ältere Datenbankmodelle nicht zugreifen können. Die Basistechnologie für sie wurde in den 70ern entwickelt, heutige Businessapplikationen basieren meist auf der Programmiersprache Java – die 25 Jahre später kam. Um die Datenstrukturen zu übersetzen braucht es eine sehr komplexe Software. Das kostet bei Datenabfragen nicht nur Zeit und Performance, sondern auch einen enormen Entwicklungsaufwand. 

Jetstream entwickelt die erste Speichertechnologie, die Daten genauso speichert wie eine Java-Plattform. Dadurch entfällt der komplette Umwandlungsaufwand – Nutzer gewinnen bis zu 60 Prozent Performance. Der Entwickler hat es nur noch mit einem Datenmodell zu tun, was Komplexität reduziert und Kosten in der Entwicklung spart. Mit Jetstream können Daten im Hauptspeicher gespeichert werden, damit liegen die Daten auch erstmals auf demselben Server wie die eigentliche Anwendung. Die Datenübertragung über eine Netzwerkleitung entfällt. So können Abfragen in der Datenbank schneller durchgeführt werden. Mit einer Größe von 2,5 MB kann die Software auch auf embedded und mobilen Geräten sowie in modernen Softwarearchitekturen wie Micro-Services eingesetzt werden.

Platz 3: IT-Labs aus Nürnberg (5.000 Euro)

Die Versorgungskette von Patienten ist vom Krankenhaus bis zur Pflege zu Hause umfangreich und unübersichtlich. Patientenakten, Befunde und Versorgungsbedarf werden von Pflegekräften und Ärzten meist auf Papier festgehalten. Auch die Bestellung notwendiger Produkte wie Medikamente oder Hilfsmittel, die Einweisung des Patienten bzw. Pflegebedarfs, oder die Abrechnung von Rezepten laufen aktuell noch unkoordiniert und häufig analog.

IT-Labs digitalisiert den Pflege- und Versorgungsprozess von chronisch kranken Menschen. Mit der Software "Alberta" von IT-Labs können zum Beispiel Pflegeorganisationen mit externen mobilen Mitarbeitern pflegerisch-medizinische Daten mit Bestellvorgängen für Medikamenten- oder Hilfsmittelbedarf verknüpfen. Alberta ist eine Plattform, die diese warenwirtschaftlichen Prozesse transparent macht und Pflegern Arbeit abnimmt und erleichtert. Da gerade Außendienst-Mitarbeiter im Pflegedienst nur selten eine gute Internetverbindung haben, kann die Software auch offline eingesetzt werden. Sobald wieder eine Online-Verbindung besteht, synchronisiert sie automatisch und verteilt die Informationen an alle berechtigten Benutzer automatisch. Stellt ein Pfleger bei einem Krankenbesuch fest, dass ein bestimmtes Medikament oder Hilfsmittel fehlt, kann die Pflegekraft dies über das System vermerken und direkt bestellen. Die Information dazu wird im Profil des Patienten hinterlegt.

20 Jahre Businessplan Wettbewerb Nordbayern

Der Businessplan Wettbewerb Nordbayern fördert Startups in Franken und in der Oberpfalz seit 20 Jahren mit einem breiten Angebot, etwa mit kostenfreien Workshops, individuellen Finanzierungs-Coachings und dem Matching mit Kapitalgebern in einem der größten Investoren-Netzwerke Europas. Die Zahlen belegen den Erfolg: 2.755 Startups haben bisher am Wettbewerb teilgenommen. Ein Großteil kommt dabei aus Mittelfranken (1.307), es folgen Oberfranken (511), Unterfranken (474) und die Oberpfalz (463). Zu den Erfolgsgeschichten gehören bekanntere Unternehmen wie sunhill technologies und Flixbus, aber auch so genannte „Hidden Champions“ wie va-Q-tec oder Axolabs.

Franz Josef Pschierer, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Technologie, sagte: „In Nordbayern hat der Freistaat Bayern 1998 bewusst erstmals den Versuch gewagt, einen solchen Wettbewerb in der Fläche durchzuführen. Nach 20 Jahren können wir sagen: das Experiment ist mehr als geglückt! Viele Startups aus dem Wettbewerb haben sich inzwischen zu erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Einige dieser Unternehmen zeigen anschaulich, wie einstige Startups zu wachstumsorientierten Mittelständlern und börsennotierten Unternehmen heranwachsen.“


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Gefördert durch Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie