Ing3D (Foto: BayStartUP / Andreas Gebert)

va-Q-tec AG investiert in 3D-Druck-Startup ING3D

Businessplan Wettbewerb Nordbayern: Wettbewerbssieger von 2000 und 2020 bündeln Kräfte

Die va-Q-tec AG investiert zusammen mit einem Hamburger Co-Investor eine siebenstellige Summe in das 3D-Druck-Startup ING3D. Das Investment ermöglicht die rein mineralische Serienproduktion neuartiger 3D-gedruckter Dämm- und Filterstoffe. 

David Manjura, Inhaber und Gründer von ING3D, sagt:

Mit va-Q-tec haben wir den Technologieführer im Bereich der Hochleistungsdämmstoffe als einen wichtigen Gesellschafter mit an Bord. Das gemeinsame, mittelfristige Ziel ist es, mit einzigartigen 3D-gedruckten Produkten den technologischen Innovationsvorsprung in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

Ing3D (Foto: BayStartUP / Andreas Gebert)

Das 3D-Druck-Startup ING3D aus Fürth, Sieger im Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2020, sichert sich eine Finanzierung im siebenstelligen Bereich. Strategischer Leadinvestor ist das Würzburger Unternehmen va-Q-tec AG, Pionier für hocheffiziente Produkte und Lösungen im Bereich der thermischen Super-Isolation und temperaturkontrollierten Logistik. va-Q-tec beteiligt sich zusammen mit einem Hamburger Co-Investor. Vor über 20 Jahren startete das Unternehmen wie heute ING3D unter anderem mit Unterstützung durch BayStartUP und konnte im Jahr 2000 den Hochschul-Gründerpreis des Businessplan Wettbewerb Nordbayern für sich entscheiden. Seit September 2016 ist va-Q-tec an der Frankfurter Börse notiert. 

Vielversprechende Zusammenarbeit

Die Kombination der innovativen Herstellungsverfahren und Produkte der beiden Unternehmen ermöglicht den ersten 3D-gedruckten keramischen Dämmstoff. Damit wollen die beiden Unternehmen eine neue Ära beim Thema Hochleistungs-Isolation einläuten. Neben der gemeinsamen Entwicklung von Hochtemperatur-Dämmstoffen mit va-Q-tec wollen die Gründer die Mittel aus dem Investment nun nutzen, um die Produktionskapazität auf Industriemaßstab zu heben. So wollen sie den Prototypen ihrer 3D-Druckanlage um eine größere und schnellere Pilotanlage erweitern.

Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer von BayStartUP, sagt:

Ich bin begeistert zu sehen, wie hier zwei „Startup-Generationen“ zusammenarbeiten. Ähnliche Investmentstrukturen sehen wir im Silicon Valley schon seit langem und ich bin überzeugt, dass das auch bei uns sehr Erfolg versprechend ist. Gerade die noch recht frische Kenntnis typischer Startup Entwicklungen auf der Seite des „Großen“ hat einfach unschätzbare Vorteile!

Dr. Joachim Kuhn, CEO und Gründer von va-Q-tec, sagt:

iel unserer Zusammenarbeit mit ING3D ist es, einen neuartigen, 3D-gedruckten Dämmstoff zu entwickeln, der selbst komplexe Geometrien beispielsweise für den Hochtemperaturbereich ermöglicht. Damit forcieren wir das Thema „Energieeffizienz“ in unserem Produktportfolio weiter: In diesem Geschäftsbereich haben wir den Anspruch, z.B. in der Bau- und Fahrzeug-Branche mithilfe unserer VIPs für noch mehr Energieeffizienz und damit Nachhaltigkeit zu sorgen. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und sind sehr gespannt auf die neuen Möglichkeiten, die sich dadurch eröffnen!

Das Gründerteam von ING3D bilden Aleksander Sen und David Manjura. Sen ist als Autodidakt seit vielen Jahren in der 3D-Druckszene tätig, konzipiert und baut auch in seiner Freizeit FDM- und SLS-Drucker sowie alle möglichen Vorrichtungen von Beschichtern über Mühlen bis hin zu Quadrocoptern. Manjura ist Diplom-Ingenieur (FH) für Werkstofftechnik und war sechs Jahre in der Bauindustrie als Anwendungstechniker tätig. Seit 2016 ist er selbstständig und als Unternehmer und Berater für Bauprodukte tätig.

Neue Möglichkeiten in der Materialerzeugung

Ein Grundbaustein im va-Q-tec-Produktportfolio sind so genannte Vakuum-Isolationspaneele (VIPs), die bis zu zehnmal besser dämmen als herkömmliche Materialen. Durch ihre optimalen Isolationseigenschaften werden sie zumeist dort verwendet, wo trotz geringen Platzangebots sehr gut gedämmt werden muss.

Die ING3D-Technologie ergänzt diese Produkte: Mit der von ING3D entwickelten 3D-Drucktechnik ist es möglich, extrem leichte, nicht brennbare und beliebig geformte Leichtmaterialien herzustellen. Das vom Startup international zum Patent angemeldete Verfahren „Mineral Direct Laser Sintering“ (MDLS) eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Materialerzeugung: Der verwendete keramische Rohstoff kann zu ökologisch verträglichen und gleichzeitig kostengünstigen Formteilen verarbeitet werden. Dies geschieht ohne den bisher notwendigen Kunststoffanteil im Ausgangsmaterial. Damit entstehen sortenreine und ökologisch unbedenkliche, leichte Objekte. Die Endprodukte können multifunktional eingesetzt werden und bieten dadurch vor allem bei geringem Platzangebot Vorteile hinsichtlich akustischer und thermischer Dämmung sowie Brandschutz. Diese Eigenschaften und die Kombination mit der va-Q-tec-Dämmstofftechnologie ermöglichen damit auch völlig neue Ansätze in der Bau- und Fahrzeugbranche.

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