Starke Lösungen aus Nordbayern:
Menschliche Hautmodelle für aussagekräftigere Forschung, fossilfreie Industrieklebstoffe und künstliche Intelligenz für eine effizientere Bestandsplanung – die Siegerteams im Businessplan Wettbewerb Nordbayern zeigen, wie aus Forschung, Teamarbeit und technischer Exzellenz marktfähige Produkte entstehen.
Das sind die Sieger-Startups:
TigerShark Science aus Würzburg züchtet menschliche Hautmodelle im Labor und stellt damit realitätsnahe Testsysteme für Pharma- und Kosmetikunternehmen bereit. Die Modelle bilden die Struktur menschlicher Haut besonders genau ab, enthalten zusätzliche Strukturen wie Haare und bleiben über mehrere Wochen stabil. Unternehmen können neue Wirkstoffe und Produkte dadurch frühzeitig unter realistischen Bedingungen testen. Die Lösung soll Entwicklungszeiten und Kosten reduzieren, fundiertere Entscheidungen ermöglichen und zugleich dazu beitragen, Tierversuche zu vermeiden. Die Herstellung der Hautmodelle ist nach Angaben des Teams standardisiert, teilautomatisiert und skalierbar.
Amelie Reigl, Geschäftsführerin von TigerShark Science, sagt:
„Für uns ist der Businessplan Wettbewerb eine wertvolle Plattform, um aus Forschung ein starkes Unternehmen zu entwickeln. Das konstruktive Feedback der Jury hilft uns, unser Marktverständnis weiter zu vertiefen und unser Geschäftsmodell zu präzisieren. Besonders schätzen wir den Austausch mit erfahrenen Unternehmerinnen, Investoren und Expertinnen im BayStartUP-Netzwerk.“
2. Platz: LIGARO
LIGARO aus Ornbau im Landkreis Ansbach entwickelt fossilfreie und ungiftige Klebstoffe für die Holz- und Papierindustrie. Herkömmliche Industrieklebstoffe basieren häufig auf Erdöl und können gesundheitsschädliche Stoffe wie Formaldehyd enthalten. LIGARO arbeitet an einer nachhaltigen Alternative mit hoher mechanischer Leistungsfähigkeit. Die Klebstoffe sollen unter anderem in Möbeln, Spanplatten, Parkett und Dämmstoffen eingesetzt werden. Ziel ist es, den Verbrauch fossiler Rohstoffe und die damit verbundenen CO₂-Emissionen zu reduzieren sowie gesundheitliche Risiken in der Verarbeitung zu vermeiden.
SOLISTIQ aus Würzburg entwickelt einen KI-basierten Disponenten, der Unternehmen bei der Planung ihrer Bestellungen unterstützt. Die Software analysiert kontinuierlich Absatz- und Bestandsdaten und ermittelt, wann welche Produkte in welcher Menge nachbestellt werden sollten. Unternehmen sollen dadurch Überbestände, Lieferengpässe und manuellen Planungsaufwand reduzieren können. Gleichzeitig macht die Software ihre Vorschläge nachvollziehbar. Die Einführung soll ohne langwierige IT-Projekte möglich sein.
Thomas Langer, Vorstandsmitglied der LfA Förderbank Bayern, sagt:
„Die Kreativität, das Talent und die Ambitionen der Siegerteams beeindrucken mich sehr. KI, Medizintechnik oder Hightech-Industrieanwendungen – überall wo in Zukunft die Musik spielt, gibt es in Nordbayern vielversprechende Hoffnungsträger. Mit ihren topmodernen Geschäftsideen zeigen die Nachwuchsunternehmerinnen und -unternehmer, dass die Gründerszene hier auf Spitzenniveau unterwegs ist. Gemeinsam mit unserer VC-Tochter Bayern Kapital unterstützt die LfA Gründerinnen und Gründer mit attraktiven Förderkrediten und Wagniskapital. Mit der VC4Start-ups Initiative Bayern bauen wir dieses Engagement weiter aus.“
Vielen Dank an unseren langjährigen Partner LfA Förderbank für die Unterstützung des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern und das Engagement in Bayerns Startup-Szene!
Die Beteiligung der LfA Förderbank hilft, den Wettbewerb und die damit verbundenen Initiativen von BayStartUP zu gestalten und trägt zur Förderung eines lebendigen und erfolgreichen Startup-Ökosystems in Bayern bei.
Auch diese Startups waren in Phase 3 des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern nominiert:
ailusive aus Erlangen entwickelt eine Softwarelösung zur Qualitätskontrolle von KI-Systemen und hilft HealthTech-Unternehmen, KI-Halluzinationen zu erkennen, bevor sie Patienten erreichen.
Calcutron aus Bamberg unterstützt Unternehmen aus Elektrotechnik, TGA und Anlagenbau dabei, Angebote schneller und effizienter zu erstellen. Die KI-Plattform liest Ausschreibungen automatisch aus, findet passende Produkte und übernimmt die gesamte Kalkulation – einschließlich Gemeinkosten und Arbeitszeiten.
Eberlein Health aus Forchheim entwickelt ein digitales Messgerät zur Überwachung des Augendruckes außerhalb der Praxisöffnungszeiten.
WerkUp aus Ansbach entwickelt eine KI-native All-in-One-Software, die Handwerksbetriebe von Büroarbeit entlastet und ihre täglichen Prozesse digitalisiert.
UroPro aus entwickelt ein geschlechtsunabhängiges, intraurethrales Implantat zur Therapie von Belastungsinkontinenz.
Rekordbeteiligung im Wettbewerbsjahr 2026
Insgesamt beteiligten sich 188 unterschiedliche Gründerteams mit ihren Geschäftskonzepten am Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2026. Über die drei Wettbewerbsphasen hinweg bewertete die Jury insgesamt 570 eingereichte Businesspläne. Damit stieg die Zahl der unterschiedlichen Geschäftskonzepte gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Prozent.
Die hohe Beteiligung zeigt nicht nur die Breite und Dynamik der nordbayerischen Gründungsszene. Sie unterstreicht auch den Bedarf an qualifiziertem Feedback, Finanzierungskompetenz und belastbaren Kontakten zu erfahrenen Markt- und Netzwerkpartnern.
Barbara Dombay, Geschäftsführerin von BayStartUP. zu dem diesjährigen Wettbewerb:
„Die Rekordzahl von 188 Einreichungen zeigt, wie viel unternehmerische Energie und technologische Kompetenz in Nordbayern stecken. Die teilnehmenden Teams in Phase 3 verfolgen nicht mehr nur eine Idee, sondern haben die ernsthafte Absicht, tragfähige Unternehmen aufzubauen und tragen zur Wirtschaftskraft des Standortes Bayern bei. BayStartUP unterstützt die Gründerteams dabei.“