Anika Gruner aus Rosenheim gewinnt mit Neuramancer AI Solutions das bayerische Finale des Female Founders Contest 2026. Ihr Startup entwickelt forensische KI-Software zur Erkennung von Deepfakes. Henriette Maaß belegt mit NanoStruct den zweiten Platz, Amelie Reigl erreicht mit TigerShark Science Platz drei.
Zwölf Gründerinnen traten am 5. August 2026 in München an und pitchten Ideen querbeet durch Deep Tech, Medizin und Abfallwirtschaft. BayStartUP richtete das bayerische Finale des bundesweiten Wettbewerbs aus.
Das sind die Siegerinnen aus Bayern
Was haben Deepfake-Erkennung, schneller Bakteriennachweis und tierversuchsfreie Hautmodelle gemeinsam? Diese Ideen und die Gründerinnen dahinter konnten die hochkarätige Jury überzeugen und schafften es auf die obersten drei Plätze. Wir stellen euch die Siegerinnen vor:
Platz 1: Neuramancer AI Solutions erkennt Deepfakes
Bild- und Videomanipulationen werden technisch immer schwerer von echtem Material zu unterscheiden. Anika Gruner und ihr Team haben eine forensische KI-Software entwickelt, die Deepfakes und Bildmanipulationen zuverlässig aufspürt. Zielgruppen sind Medienhäuser und Versicherungen, die Bild- und Videomaterial auf Echtheit prüfen müssen, etwa bei Schadensfällen oder in der Berichterstattung.
Platz 2: NanoStruct verkürzt den Bakteriennachweis auf Stunden
Henriette Maaß und ihr Team bei NanoStruct entwickeln eine Analyseplattform, die gefährliche Bakterien wie Salmonellen oder Listerien in Lebensmitteln aufspürt – das in Stunden statt der bislang üblichen Tage.
Platz 3: Amelie Reigl, TigerShark Science
Amelie Reigl und ihr Team bei TigerShark Science stellen Hautmodelle aus menschlichen Stammzellen als Alternative zu Tierversuchen in der Pharma- und Kosmetikforschung her.
Warum Female Founding eine Marktfrage ist
Der Female Founders Contest existiert nicht ohne Grund: Frauen gründen seltener als Männer, und wenn sie gründen, erhalten sie deutlich weniger Risikokapital. Laut dem EY Startup-Barometer 2026 flossen 2025 nur 1 Prozent des gesamten deutschen Risikokapitals an rein weiblich besetzte Gründungsteams. Teams mit rein männlicher Besetzung erhielten 94 Prozent des Volumens. Auch bei den Kapitalgebern selbst ist die Verteilung schief: Nach Zahlen der Bertelsmann Stiftung sind nur rund 13,6 Prozent der Business Angels in Deutschland Frauen. Das bedeutet, dass wirtschaftliches Potenzial verloren geht, weil gute Ideen mangels Kapital gar nicht erst zu Unternehmen werden. Genau hier setzt der Wettbewerb an: als zusätzlicher Zugang zu Jury, Netzwerk und Sichtbarkeit für Teams mit tragfähigen Geschäftsmodellen, die sonst leichter übersehen werden.
Weiter nach Potsdam
Bayern im Bundesfinale
Der Female Founders Contest wird bundesweit vom Business Angels Club Berlin-Brandenburg e. V. organisiert; BayStartUP verantwortet die Ausrichtung des bayerischen Finales.
Für die Erstplatzierte Anika Gruner geht es im September weiter: Sie vertritt Bayern beim Bundesfinale in Potsdam. BayStartUP begleitet sie auf dem Weg dorthin und berichtet über den aktuellen Stand.
Neben den drei Siegerinnen pitchten 9 weitere Gründerinnen im bayerischen Finale des Female Founder Contest 2026 mit innovativen Lösungen für zentrale Herausforderungen unter anderem in Medizin, Industrie und Bildung.
Der nächste Schritt für deine Geschäftsidee
Gut zu wissen: Unsere Angebote an Startups – Zugang zum Investorennetzwerk, Coaching, Businessplan-Wettbewerb und Workshops – stehen Gründerinnen mit Geschäftsidee auch unabhängig vom Female Founders Contest offen.