24.07.2019

Finale beim Münchener Businessplan Wettbewerb 2019

Bodyscan für Onlineshops: Software-Startup presize.ai gewinnt in Phase 3


Sieger Münchener Businessplan Wettbewerb 2019

In Online-Shops problemlos die perfekte Kleidergröße finden, ohne danach noch einmal zur Post gehen und eine Retoure aufgeben zu müssen – das ermöglicht presize.ai mit seiner KI-gestützen Bodyscanning-Technologie. Das Startup siegt im Finale des Münchener Businessplan Wettbewerbs 2019 von BayStartUP. Den zweiten Platz belegen die Batteriespezialisten von m-Bee. Mit ihrer Hard- und Software ermöglichen sie stabile und sichere Stromspeichersysteme, die bei der Nutzung erneuerbarer Energien unverzichtbar sind. Die Drittplatzierten, Orbem, entwickeln eine intelligente Bildgebungstechnologie für die Geflügelindustrie. Sie soll Eier frühzeitig klassifizieren und dadurch das Töten männlicher Küken und die Entsorgung bisher unbrauchbarer Eier unnötig machen. Die drei Finalisten erhalten Preisgelder in Höhe von insgesamt 30.000 Euro. Die wichtigsten Jury-Kriterien bei der Auswahl der Sieger waren ihr Wachstumspotenzial, Innovationsgrad sowie ihre Planung von Umsätzen und Kapitalbedarf. 

Mit smarten Technologien entwickeln die Gewinner und Nominierten überzeugende Lösungen für aktuelle Herausforderungen in unterschiedlichsten Branchen. Ihre nachhaltigen Geschäftsmodelle können sich sehen lassen. Sie bilden die Grundlage für einen schnellen, erfolgreichen Markteintritt und erste Umsätze – Faktoren, die essenziell sind, um besonders auch Investoren zu überzeugen. 

Die drei Siegerteams im Überblick

Platz 1: presize.ai: Smart E-Commerce

prezise.ai ist das erste Unternehmen, das es schafft, Menschen mit einem mit dem Handy aufgenommenen Video exakt zu vermessen. Bisherige Scan-Methoden sind im Vergleich entweder ungenau oder benötigen häufig eine Vielzahl von Kameras in einem separaten Raum. Beim presize-Konzept dreht sich der Kunde dagegen einfach normal bekleidet vor seiner Smartphone-Kamera einmal im Kreis und lädt das kurze Video ins System. Die Software erstellt daraufhin auf Basis des Videos ein 3D-Modell und berechnet die Körpermaße des Kunden mittels Computer-Vision- und Deep-Learning. Internet-Shopper erhalten so optimale Größenempfehlungen für jedes Produkt im besuchten Shop und schicken schließlich weniger Ware zurück an den Händler. Für den sind Retouren ein wesentlicher Kostenfaktor.

Platz 2: m-Bee: Neuartige Batteriespeichertechnologie für die Energiewende

Batteriespeichersysteme sind ein Schlüssel für die Energiewende, insbesondere für die Nutzung erneuerbarer Energien. Über Wind oder Sonne gewonnener Strom muss gespeichert werden – und das möglichst stabil und sicher. Heute verbreitete Batteriespeichersysteme bestehen aus einem zentralen Wechselrichter und einer problematischen Hochvoltbatterie, das Batteriemanagementsystem ist aufwendig. Fällt hier ein Bauteil aus, wird das ganze System instabil. Vergleichbar ist das mit einer Lichterkette am Tannenbaum, die erlischt, wenn ein Licht nicht mehr funktioniert. m-Bee arbeitet an einem modularen Ansatz, der diese Herausforderung umgeht, und entwickelt eine neuartige Technologie für stationäre und mobile Batteriespeicher ohne Hochspannung. Kern der Technologie ist es, die zentralen Wechselrichter für Hochvoltbatteriepacks zu ersetzen und stattdessen mit m-Bee Leistungsplatinen auszustatten. Das erhöht die Ausfallsicherheit des Systems, verbessert die Sicherheit, vereinfacht Arbeitsprozesse, bringt höhere Energieeffizienz, erhöht die nutzbare Energiekapazität und verbessert den Umgang mit variierenden Batterieparametern.

Platz 3: Orbem: Innovative Bildgebungstechnologie für eine nachhaltigere Geflügelzucht

Das massenhafte Schreddern von männlichen Küken gibt seit Jahren Anlass für kontroverse Diskussionen über Ethik in der Geflügelzucht. Das Startup Orbem will mit einer intelligenten Bildgebungstechnologie nun die Klassifizierung von Eiern ermöglichen, was Befruchtung und Geschlecht angeht. Das soll zwei Probleme der Geflügelindustrie lösen: die Verschwendung von jährlich mehr als 9 Milliarden unbefruchteten Eiern und das unnötige Töten von 7 Milliarden männlichen Eintagsküken. Das ORBEM GENUS Scan-Verfahren untersucht Eier berührungsfrei und sortiert sie automatisch nach ihrem Befruchtungsstatus oder dem Geschlecht des Kükens. Damit können Geflügelzüchter Milliarden von bisher unbrauchbaren Eiern für den menschlichen Verzehr vermarkten, das Kükentöten vermeiden und nicht zuletzt Energie, Kosten und Abfall einsparen.

Die weiteren Nominierten waren:

  • Dermagnostix bietet eine vollautomatische Point-of-Care-Plattform für die molekulare Diagnostik von Hauterkrankungen.
  • Ebenbuild sorgt anhand patientenspezifischer Computermodelle für eine optimale Beatmung von Lungenpatienten.
  • Erium optimiert Fertigungs- und Entscheidungsprozesse durch die intelligente Kombination von Machine Learning mit dem Wissen der jeweiligen Prozessexperten mithilfe der Software-Plattform HALerium.
  • Repulping Technology entwickelt ein umweltfreundliches, physikalisches Verfahren zur Wiederverwertung von Faserstoffen aus Altpapier und Verbundmaterialien.

Über den Münchener Businessplan Wettbewerb

Seit über 20 Jahren adressiert der Münchener Businessplan Wettbewerb innovative Startups aus München und Südbayern. Er gehört zu den Bayerischen Businessplan Wettbewerben, die BayStartUP järhlich zwischen November und Juli austrägt. Alle teilnehmenden Startups – nicht nur die Sieger – erhalten umfangreiches schriftliches Feedback auf ihre Geschäftsmodelle. BayStartUP arbeitet dafür mit über 350 ehrenamtlichen Juroren aus ganz Bayern zusammen. Sie bewerten alle eingereichten Businesspläne in drei aufeinanderfolgenden Wettbewerbsphasen, die jeweils einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt haben. Die besten Startups erhalten dann in jeder Phase die Möglichkeit, vor einer Expertenjury zu pitchen. Wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbs, der mit Preisgeldern von insgesamt 48.500 Euro dotiert ist, sind darüber hinaus kostenfreie Workshop- und Coachingprogramme für alle Teilnehmer.

Für viele Investoren ist eine gute Wettbewerbsplatzierung ein zuverlässiger Qualitätsnachweis und steht gleichbedeutend für durchdachte, zukunftsweisende Geschäftsmodelle. Gerade für technologieorientierte Teams, die beim Aufbau ihres Unternehmens auf Wagniskapital angewiesen sind, gilt der Münchener Businessplan Wettbewerb als Sprungbrett für die ersten Finanzierungsrunden. Von den 12 Finalisten der letzten vier Jahre gelang es 11 Teams, über den Wettbewerb und die begleitenden Angebote von BayStartUP eine Finanzierungsrunde erfolgreich abzuschließen. Zu erfolgreichen Wettbewerbs-Alumni zählen Unternehmen wie Adnymics, Fazua, Magazino oder Toposens.


zurück zur Übersicht

Gefördert durch

Gefördert durch Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie