12.05.2020

Die Top-Teams aus Phase 2 im Münchener Businessplan Wettbewerb 2020

Wir stellen die Sieger und Nominierten vor


Sieger aus Phase 2 im Münchener Businessplan Wettbewerb 2020

„Lokal starten, dann den Umsatzmotor anwerfen“:
Manyfolds gewinnt Phase 2 im Münchener Businessplan Wettbewerb 2020

Erfolgversprechende Geschäftsmodelle mit herausragenden Technologien, Marketing- und Vertriebskonzepten – das war der Fokus der Jury in der zweiten Phase im Münchener Businessplan Wettbewerb. Fünf Startups konnten sich gestern Abend gegen über 100 Teilnehmerteams aus ganz Südbayern durchsetzen. Wir haben die Sieger gestern Abend via Online-Livestream vor über 300 Zuschauen in Kooperation mit der HypoVereinsbank prämiert. 

Der Münchener Businessplan Wettbewerb unterstützt Gründer aus Südbayern seit 1996 mit Expertenfeedbacks und Workshop-Programmen. Alle teilnehmenden Startups erhalten mehrfaches schriftliches Feedback von einer Expertenjury, womit die Teams ihre Konzepte gezielt weiterentwickeln können. Auf die fünf Siegerteams warten in Phase 2 Preisgelder in Höhe von insgesamt 9.000 Euro.

Die fünf Siegerteams im Detail

Platz 1: Manyfolds – die ideale Versandverpackung

Manyfolds hat ein System für umweltfreundliche, sichere und größenoptimierte Versandverpackungen entwickelt. Eine App ermittelt per Bilderkennung das optimale Verpackungsdesign und generiert automatisch ein Schnittmuster dafür. Füllmaterial wird eliminiert; weniger Luft in den Verpackungen führt zu direkten Reduktionen im Logistikverkehr. Die Kunden – zunächst mittelständische Industriebetriebe, Logistik-Shop-Betreiber, Einzelhändler oder Manufakturen – können wählen, ob sie die Produktion der Verpackungen über kompakte Mietmaschinen bei sich vor Ort oder über den externen Produktionsservice von Manyfolds organisieren möchten.

„Wir starten derzeit mit lokalen Pilotkunden, ab Q4 diesen Jahres wollen wir dann mit ersten Vorserien-Maschinen in den Markt eintreten, die dann bei den Kunden für die Produktion vor Ort stehen“, sagt Co-Founder und Geschäftsführer Frank Thomsen. „Dieser Verpackungslösungen haben einen sofortigen Benefit für den Kunden und wir können durch die verteilte Produktion den Umsatzmotor für Manyfolds starten.“

Platz 2: sewts – das Gehirn der Industrieroboter von morgen

sewts ist ein junges Advanced-Robotics-Startup aus München. Mit einem ausgeprägten Schwerpunkt auf die Verarbeitung von leicht verformbaren Materialien wie z. B. Textilien und Folien entwickelt das Team künstlich intelligente Algorithmen, die Industrieroboter steuern und vorhandene Hardware digital mit menschenähnlicher kognitiver Intelligenz sowie einer ultrasensitiven Motorik ausstatten.

„Textilien verhalten sich häufig sehr unvorhersehbar und werfen Falten, wenn man sie anhebt. Unsere Technologie haucht Industrierobotern ein menschliches Verständnis für dieser Materialien an, sodass Verhalten der Textilien vorhersehen können. Unser Algorithmen trainieren wir unter anderem mit Finite-Elemente-Computersimulationen, um sie stetig zu verbessern“, sagt Alexander Bley, Co-Founder von sewts.

Vision des Teams ist es, die Produktion von Kleidungstextilien zu automatisieren, sie zurück nach Europa zu bringen, bestehende Transportrouten zu verkürzen und damit die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren.

Platz 3: cogniBIT – das menschliche Element in der Fahrsimulation

cogniBIT hat sich zum Ziel gesetzt, autonomes Fahren sicher zu machen. Das Startup bringt den Faktor Mensch in die Verkehrssimulation und kann gerade auch kritische Situationen in der Simulation testen, z.B. wenn ein Fahrer durch sein Handy abgelenkt ist oder ein Fußgänger unerwartet auf die Fahrbahn tritt.

„Durch unsere Expertise aus den Neuro- und Kognitionswissenschaften können wir menschliches Verhalten auch in diesen Fällen realitätsnah simulieren. Somit unterstützen wir die OEMs bei der Entwicklung und Validierung sicherer autonomer Fahrzeuge“, sagt Lukas Brostek, Co-Founder bei cogniBIT.

Im Fokus stehen insbesondere die Grenzen und Beschränkungen für menschliches Verhalten.

Platz 4 und 5:

Das Biotech-Startup Doderm auf Platz 4 hat sich dem Kampf gegen multiresistente Bakterien verschrieben: Die Gründer entwickeln für die Behandlung von Hautinfektionen das erste sprühbare Gel auf Basis antibakterieller Antikörper von Kühen. Damit wollen sie dem wachsenden Problem der Antibiotikaresistenz entgegenwirken.

Den fünften Platz erreicht das Startup qbound, das eine innovative Identity- und Access-Management-Lösung entwickelt. Diese soll Organisationen schützen, indem nur berechtigte Nutzer zur richtigen Zeit und mit den passenden Gründen auf entsprechende Applikationen zugreifen können.

Weitere Nominierte waren:

  • Cesonia ermöglicht die effiziente und sichere Zusammenarbeit in verteilten Entwicklungsprojekten und bietet dafür eine Collaboration-Plattform für konsistentes Änderungsmanagement sowie lieferkettenweites Produkt-Lifecycle-Management und Reporting.
  • crino entwickelt und vertreibt ein neuartiges EOL-Test-Verfahren für die Produktion von Lithium-Ionen Zellen, das die Testdauer von 14 Tagen auf einen Tag reduziert und damit die Produktionskosten deutlich senkt.
  • Mindpax entwickelt eine digitale Disease-Management-Plattform als digitales Therapeutikum für schwere psychische Erkrankungen.
  • NEUREVO entwickelt neuroprotektive Therapien gegen die Folgen von Schlaganfällen und gegen neurodegenerative Krankheiten wie ALS oder Parkinson.
  • TrajectoriX entwickelt Software für die Steuerung autonomer Fahrzeuge auf Grundlage eines patentierten Verfahrens. Dieses unterstützt die Fahrzeuginsassen bei Unfallgefahr durch die Priorisierung von Ausweichmanövern.

 


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