27.01.2020

Chancen für Startups im Gesundheitssektor

Interview mit Investment Manager Dr. Peter Graf von der BayBG


Bessere Bilder für bessere Diagnosen mit den neuartigen, nichtinvasiven  Bildgebungsverfahren von iThera: Multispektrale Optoakustische Tomographie (MSOT).

Vom digitalen Rezept bis zur Fernbehandlung per Video - der Gesundheitsmarkt ist in Bewegung. Um die aktuelle Situation für Gründer und junge Unternehmen aus der Gesundheitsbranche einzufangen, haben wir für unser Magazin startUPdate unter anderem mit Investment Manager Dr. Peter Graf von der BayBG gesprochen. Seine Einschätzung zur Situation in Bayern: die Regionen München und Erlangen/Mittelfranken gehören zu den herausragenden Standorten der Medizintechnik in Deutschland und Europa. Nicht zuletzt die räumliche Nähe verschiedener Altersgruppen ermöglicht ein besonders intensives Netzwerk.

Herr Dr. Graf, in welchen Bereichen sind Startups im Gesundheitssektor derzeit besonders gut aufgestellt? Wo sehen Sie Chancen?

Besonders im Bereich E-Health sind Startups breit aufgestellt. Allgemein ermöglicht die Digitalisierung viele innovative Anwendungen mit echtem Mehrwert für die Patienten, z.B. im Bereich digitales Krankheitsmanagement oder digitale Biomarker. Durch die gesetzliche Liberalisierung sehe ich nun auch großes Potenzial in der Telemedizin – sei es über die elektronische Patientenakte oder mittels schnellerer Datenübertragung. Allgemein bieten sich damit Chancen, um die Arzt-Patienten-Kommunikation zu verbessern, Wartezeiten zu verkürzen und die ambulante Versorgung weiter zu optimieren.

 Aber das ist nicht alles: dieDigitalisierung hat inzwischen den gesamten Gesundheitssektor erreicht. Als besonders zukunftsweisende Technologie sehe ich zum Beispiel die Massenspektrometrie. Vor allem bei der Arzneimittelentwicklung oder der In-vitro-Diagnostik eröffnen sich damit ganz neue Möglichkeiten. Außerdem lässt sich mittels Next Generation Sequencing (NGS) die Diagnostik in den Bereichen Infektion, Onkologie und Autoimmunerkrankungen optimieren.

Wo sehen Sie Trends und Entwicklungen hinsichtlich der Finanzierung?

In den vergangenen Jahren hat sich die Finanzierungssituation für Startups allgemein verbessert. Der Grund ist, dass sich momentan viel Kapital in der Venture-Szene befindet, das attraktive Anlagemöglichkeiten sucht. Auch die großen Medizintechnik- und Pharma-Unternehmen engagieren sich regelmäßig bei Startups. Oft gibt es aber eine Vielzahl an technischen Lösungen für dieselbe Problemstellung – zum Beispiel bei alternativen Bildgebungsverfahren. Hier stehen die Investoren vor der Herausforderung, genau die Lösung zu identifizieren, die das Potenzial für einen langfristigen Erfolg mitbringt.

Wie bewerten Sie die Entwicklung Ihrer Investments in der Gesundheitsbranche?  

Das BayBG-Portfolio umfasst eine ganze Reihe erfolgreicher Life-Science-Unternehmen und Startups. Darunter beispielsweise iThera Medical mit einer innovativen bildgebenden Technologie zur Diagnostik. Oder die Plasmion, die neue Wege bei der Massenspektrometrie-Analytik geht – sowohl im Medizinbereich als auch darüber hinaus.

Insgesamt haben wir mit unseren Investments in der Life-Science-Branche gute Erfahrungen gemacht, weil kapitalkräftige Strategen bereit sind, für innovative Tech-Startups – auch in frühen Unternehmensphasen – attraktive Preise zu bezahlen. So konnten wir mehrere erfolgreiche Exits realisieren, zum Beispiel ging Activaero an die britische Vectura. Die schwedische Elekta übernahm Medical Intelligence.

Weitere spannende Beiträge zum Thema lesen Sie HIER im startUPdate-Magazin Ausgabe 03/2019.

 

 


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