27.08.2019

Diagnostik am Arbeitsplatz

Interview mit Co-Founder Michael Theodossiou von wellabe


wellabe: Diagnostik am Arbeitsplatz

wellabe (ehem. Bodylabs) hat ein mobiles Labor für betriebliches Gesundheitsmanagement entwickelt. Das Ziel: Diagnostik an den Arbeitsplatz bringen und die Gesundheitsprävention bei Mitarbeitern fördern.

Was ist eure Idee und für wen seid ihr da?

wellabe hat ein mobiles Labor entwickelt, um Diagnostik zu den Menschen an ihren Arbeitsplatz zu bringen. In weniger als 20 Minuten werden über 60 Gesundheitswerte gemessen und sofort in der wellabe App ausgewertet. Mitarbeiter können in einem anschließendem Gespräch via Video-Konsultation mit einem Arzt ihren Gesundheitszustand besprechen. Auf Basis dieser handfesten medizinischen Werte erhalten Nutzer nicht nur verständliche Erklärungen der Messwerte in der App, sondern auch personalisierte Präventionsprogramme. Durch Folge-Check-ups wird Prävention zu einer erlebten Welt, welche Erfolge nun auch beziffern lässt. 

Wo steht ihr gerade in eurer Unternehmensentwicklung?

wellabe hat bereits Zugang zu tausenden Mitarbeitern aus verschiedenen Industrien. Damit konnten wir unser Check-up-Verfahren und die telemedizinische Beratung wesentlich optimieren. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse bisheriger Mitarbeiter-Check-ups betrachten wir derzeit die Integration neuer Diagnostik-Maßnahmen, unter anderem zur Messung der Rückengesundheit und zur Stressmessung. Mit diesem Wissen wollen wir dann auch Angebotsmöglichkeiten für Präventionsprogramme erschließen.

Mit welchen Zahlen überzeugt eure Lösung?

wellabe erreicht 50 % der Mitarbeiterschaft von teilnehmenden Unternehmen, das ist ein Ergebnis das deutlich über den Referenzwerten im Markt liegt. Wir erzielen eine 99-prozentige Zufriedenheit der Nutzer, die den Check-up durchlaufen. Unser Net Promoter Score (NPS) liegt bei über 65. In 20–30 % der Check-ups zeigen wir bisher unentdeckte Risikofaktoren auf und haben bei 2–3 % der Teilnehmer sogar akute medizinische Notfälle identifiziert und konnten so mithelfen, Leben zu retten. 

Wo seht ihr besondere Herausforderungen auf euch zukommen?

Wir wollen Prävention und Diagnostik mit einer Wertigkeit versehen, die Entscheidern die Möglichkeit zur besseren Einschätzung ihrer BGM-Maßnahmen und Berechnungsgrundlage für einen strategischen ROI bietet. Neben dieser Herausforderung besteht eine sehr gute Chance, das betriebliche Gesundheitsmanagement als Vorreiter der Digitalisierung für Gesundheitsthemen zu nutzen und somit auch Gelder aus unterschiedlichsten Bereichen zu vereinen. Hierzu ist es in der kommenden Zeit jedoch notwendig, den Dialog über den demographischen Wandel und den Mehrwerten von Prävention mit Firmen-Managements zu intensivieren, um digitales BGM als zielgerichtete Investition im Markt noch deutlicher zu platzieren.

Es ist außerdem wichtig, neue digitale Lösungen im deutschen Gesundheitswesen besser zu klassifizieren, um es in einen zukunftssicheren Markt weiterzuentwickeln. Besonders das Brechen mit den konventionellen Vergütungsmechanismen ist hierbei ein zentraler Punkt, um entsprechende Grundlagen für wirtschaftliche und qualitative Vorgaben bei digitalen und halb-digitalen Angeboten zu schaffen. Das vorgelegte Digitalisierungsgesetz von Herrn Spahn ist hierfür ein erster, wichtiger Schritt.

Weitere Infos und Gründerstories zum Thema „Startups und die Gesundheit von morgen“ findet ihr in unserem aktuellen Magazin startUPdate! Hier geht´s zum PDF-Download: bit.ly/2019startUPdate03


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